Eske Bockelmann | Im Takt des Geldes

Das interessante Buch und die Arbeit von Eske Bockelmann (Im Takt des Geldes – Zur Genese modernen Denkens – zu Klampen! Verlag, 3. Auflage 2012) wird in dieser Diskussion hart ins Kreuzfeuer genommen. Die Ruhe des Verfassers ist dabei beeindruckend!

Ankündigung der Veranstaltung
(Thomasius Club, 8. Oktober 2008)

Eske Bockelmann hat sich mit seinem Buch „Im Takt des Geldes“ (*) nicht weniger vorgenommen, als die Genese des modernen Denkens neu zu erklären. Der Altphilologe und Germanist aus Chemnitz kommt damit am 8. Oktober 2008 in den Thomasius-Club. Geleitet von der These, dass sich um die Wende vom 16. zum 17. Jahrhundert nicht nur das Denken grundlegend sondern auch die Rhythmuswahrnehmung des Menschen hin zur „funktionalen Abstraktion“ verändert, spaltete sein Werk die Rezensenten. Für die einen ist Bockelmanns Koppelung des Geld-Flusses mit dem Rhythmus des Denkens ein großer Wurf, der sich mit Georg Simmels „Philosophie des Geldes“ vergleichen lässt, für die anderen ist es nur ein etwas zu gewagtes Unterfangen.

 (*) Im Takt des Geldes. Zur Genese modernen Denkens. Zu Klampen, Springe 2004

Notiz des Verlegers

Descartes, Galilei, Newton haben unsere Weltauffassung von Grund auf verändert und einem vollständig neuen Denken zum Durchbruch verholfen. Erst durch die wissenschaftliche Revolution des 17. Jahrhunderts sind jene dramatischen technischen Fortschritte möglich geworden, die inzwischen das gesamte Leben der Menschen durchdringen. Was aber hat dieses neue Denken ermöglicht?
Von den vielen Erklärungen für das Entstehen der Naturwissenschaften hält bisher keine stand. Eske Bockelmann zeigt, daß die Umwälzung sehr viel grundstürzender verläuft, als selbst die Bewunderer des wissenschaftlichen Aufbruchs ahnen. Denn um die Wende vom 16. zum 17. Jahrhundert verändert sich grundlegend nicht nur das Denken, sondern sogar die Rhythmuswahrnehmung der Menschen. Hier liegt der entscheidende Fund, der Eske Bockelmann gelungen ist, und zwar ein Fund mit unabsehbaren Weiterungen. Das Hören nach dem Takt, das uns heute als das einzig natürliche erscheint, hat seinen historischen Ursprung in derselben Zeit und in derselben gesellschaftlichen Umgebung wie die moderne Wissenschaft. Wo aber Denken und Fühlen gleichermaßen revolutioniert werden, muß eine Macht am Werke sein, die stark genug ist, ein solches Wunder zu bewirken.
Im Takt des Geldes vermag diese Macht zu identifizieren. Eske Bockelmann zeigt, daß wir bisher von unserem Denken selbst noch unzureichende Vorstellungen haben. Er hat ein Werk geschaffen, das Wissenschaftsgeschichte und Wissenschaftstheorie neu schreiben könnte – mit unabsehbaren Folgen für unsere gesamte Denk- und Lebenspraxis.

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