Hannah Arendt (1969) : Erinnerungen an Martin Heidegger

Ein Vortrag von Hannah Arendt, Schülerin und Freundin Martin Heideggers,
zum 80. Geburtstag des Philosophen.

Aus Wikipedia:

1924 nahm sie [Hannah Arendt] ihr Studium an der Universität Marburg auf und hörte ein Jahr lang Philosophie bei Martin Heidegger und Nicolai Hartmann, Evangelische Theologie bei Rudolf Bultmann, außerdem Griechisch.

Der 35-jährige Familienvater Heidegger und die 17 Jahre jüngere Studentin verliebten sich ineinander und begannen eine Beziehung. Arendt war nicht die erste und nicht die einzige Beziehung Heideggers in seiner Marburger Zeit. Anfang 1926 fasste sie den Entschluss, den Studienort zu wechseln und ging für ein Semester zu Edmund Husserl nach Freiburg. In Heidelberg studierte sie anschließend Philosophie und promovierte 1928 bei Karl Jaspers mit der Arbeit „Der Liebesbegriff bei Augustin“. Mit Jaspers blieb sie bis zu dessen Tod freundschaftlich verbunden. Die Beziehung zwischen Heidegger und Arendt blieb der Öffentlichkeit verborgen, bis 1982 die große Arendt-Biografie von Elisabeth Young-Bruehl gleichzeitig in den USA und Großbritannien erschien. Seitdem gibt es darüber zahlreiche Veröffentlichungen.

[…]

1950 hatte Arendt die Beziehung zu Heidegger wieder aufleben lassen, allerdings blieb diese zeitlebens ambivalent. Gegenüber Blumenfeld zeigte sie sich Ende 1957 beeindruckt von Heideggers Arbeit über Identität und Differenz, gleichzeitig machte sie sich über seinen Stil lustig: „er zitiert sich selbst und interpretiert sich, als ob es ein Text aus der Bibel sei.“

Von ihrem philosophischen Hauptwerk Vita activa schickte sie dem Freund ein Exemplar mit der Bemerkung, wenn es zwischen ihnen je mit rechten Dingen zugegangen wäre, hätte sie ihm das Buch gewidmet. Heidegger antwortete darauf nicht und brach sogar den Kontakt für einige Zeit ab. Enttäuscht schrieb sie im November 1961 an Jaspers:

    „Ich weiß, daß es ihm [H.] unerträglich ist, daß mein Name in der Öffentlichkeit erscheint, daß ich Bücher schreibe, etc. Ich habe ihm gegenüber mein Leben lang gleichsam geschwindelt, immer so getan, als ob all dies nicht existiert und als ob ich sozusagen nicht bis drei zählen kann, es sei denn in der Interpretation seiner eigenen Sachen“, da sei es ihm willkommen, dass sie sogar bis vier zählen könne. „Nun war mir das Schwindeln plötzlich zu langweilig geworden, und ich habe eins auf die Nase gekriegt.“ [Hannah Arendt und Karl Jaspers: Briefwechsel 1926–1969. München 2001, S. 494]

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